Derby Love – Sportsgeist über alle Grenzen hinweg

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14.07.2010 – Die rocKArollers unterstützen den kommenden Gegner. Wuppertal Pirate Brides“ gegen „Back Breaking Bambis“ in Solingen. Endstand 141 : 209

Auf Grund von Krankheit und Verletzungen in der eigenen Riege hatten die „Back Breaking Bambis“ aus Frankfurt eine Anfrage an befreundete Mannschaften herausgeschickt, sie bei ihrem ersten Auswärtsspiel mit Spielern zu unterstützen. Dieser Hilferuf hat auch die rocKArollers erreicht, die bereits seit mehr als einem Jahr in engem Kontakt mit den Bambis stehen.

Ohne lange zu zögern machten sich nach Absprache mit Wuppertal und Frankfurt „Arie Hell“ (Jammer), „Bad Wolf“ (Blocker), „Rhonda Housekick“ (Blocker und MVP im Spiel RKA vs. Munich Rolling Rebels), „Der Könich“ (Head Official) und „Bruise Wheelies“ (Head Coach) vergangenen Samstag auf den Weg in die Eissporthalle Solingen, in der die Wuppertaler ihre Heimspiele austragen.

An den Start gingen 14 Pirate Brides gegen nur 10 Back Breaking Bambis. Nach einem kurzzeitigen Rückstand gingen die BBBs erstmalig in Führung, die sie weiterhin mit wenigen Punkten Abstand halten konnten.

Gegen Mitte der ersten Halbzeit kam es jedoch zu einem Schockmoment als sich „Cheeky Devil“ von den BBBs nach einem Block durch eine Piratenbraut verletzte und vom Track getragen werden musste. Nachdem endlich Ersthelfer (auf Grund von Abstimmungsproblemen mit der Hallenvermietung) vor Ort waren, es zwischenzeitlich unter den Zuschauern und Fans heftige Diskussionen gab, ob auf Grund dieser Umstände das Spiel überhaupt noch weitergeführt werden sollte, wurde das Spiel dennoch nach einer fast halbstündigen Unterbrechung wieder aufgenommen – jedoch mit nur noch neun Spielern auf Seiten der BBBs. Eine ernsthafte Verletzung blieb Cheeky zum Glück erspart.

Vielleicht gerade wegen dieser Widrigkeiten und durch die hohe Unterzahl von insgesamt 5 Spielern weniger (also eines gesamten Line-ups für einen Jam) angespornt, drehten die BBBs jetzt erst richtig auf. Ohne Angst und Rücksicht auf weitere mögliche Verluste war nun die Devise „Angriff ist die beste Verteidigung“. Nach der Halbzeitpause wurde dem Zuschauer ein Spiel geboten, wie es (seitens der BBBs und RKA bisher) seines gleichen sucht. Es wurde geblockt und gecheckt was die Knochen hergaben und dabei mit kühlem Kopf in einem sauberen Spiel taktisch versiert agierend der Punkteabstand weiter ausgebaut.

In Sachen Strategie und Taktik schien das Spiel der Bambis durch die Verstärkung der rocKArollers aufgefrischt. Auch von Nervosität und fehlender Spielübersicht, wie sie z.B. beim Heim-Bout der RKA streckenweise vorherrschte, war bei der Spieler-Combo rocKArollers und Back Breaking Bambis  nichts zu verspüren. „Arie Hell“ zeigte als Jammer eine mehr als respektable Leistung. „Bad Wolf“ fletschte die Zähne und hat den Pirate Brides gezeigt was sie wirklich drauf hat. „Rhonda Housekick“ wurde am Ende des Spieles zur „Blutrünstigsten Spielerin“ gewählt und hat zum 2. Mal in Folge von einer gegnerischen Mannschaft eine Auszeichnung erhalten.

Doch wieso haben rocKArollers überhaupt für die Bambis gespielt und was meint der Head Coach zu der außerordentlichen Leistung für ein gegnerisches Team? (Auszug):

 „ … klar stellt man sich der Frage, wie ehrgeizig man einem gegnerischen Team aushilft. Für die eingesetzten Spieler und uns war jedoch klar, dass wir für die Bambis 100% fahren werden, auch wenn sie unser nächster Gegner sind. 

Drei weitere Spieler gewinnen alleine keinen Bout, das ist sicher, auch wenn sich Fans und Außenstehende natürlich gerne schnell zu Aussagen in dieser Form hinreißen lassen. Sicher konnte man einen gewissen Einfluss auf die Spielweise der Bambis und den Spielverlauf feststellen, das ist ebenfalls nicht von der Hand zu weisen, aber man fährt eben mit vollem Einsatz um zu gewinnen, mit Herz und Leidenschaft auch für andere, wenn Spieler verletzt sind, und erst recht für befreundete Leagues. 

 Gerade das macht den Roller Derby Sport auch aus und hebt ihn deshalb auch von den konventionellen Sportarten ab. Auf dem Track geht’s heiß her – Vollkontakt, blaue Flecken inklusive – davor und danach haben aber alle stets eines gemeinsam: „Derby Love“ – die liebe zu dem Sport, den Sportsgeist, die Freundschaft und Kameradschaft über alle Grenzen hinweg und zwar weltweit.“

bambis_pb_winAuf die rocKArollers kann man sich verlassen, wenn uns jemand braucht sind wir da und stärken anderen den Rücken. Andere Leagues würden dies auch tun bzw. es ist durchaus nicht unüblich im Roller Derby. München beispielsweise hatte gegen uns auch zwei Spielerinnen der Vienna Roller Girls dabei und wir hatten dem im Vorfeld zugestimmt. Zum einen, weil alle Beteiligten der Meinung sind, dass Bouts stets fair und zumindest von der Spielerzahl annähernd ausgeglichen sein sollten, zum anderen aber auch um etwaigen Äußerungen und einseitigen Berichterstattungen vorab den Wind aus den Segeln zu nehmen; denn im Falle eines Sieges kann niemand sagen, das wurde nur gewonnen, weil die in Überzahl waren oder ähnliches.

Die Back Breaking Bambis und die rocKArollers haben zum ersten Mal Seite an Seite gekämpft und den Piraten einen ordentlichen Treffer am Bug verpasst. Allen hat das harte Spiel unglaublich viel Spaß gemacht – doch ab sofort heißt es wieder: „the game is on!“ denn der nächste Auswärtsgegner der rocKArollers werden die Back Breaking Bambis sein.

Rehkeule oder Rehgulasch, was hätten Sie gerne? Der Kartenvorverkauf startet bald, sichern Sie sich ihren Platz –  es wird ein Fest!